
Als Schriftsteller muss man mit einem Notizbuch arbeiten. Man muss mit einem Notizbuch arbeiten, damit man im richtigen Moment und das ist der Moment in dem ein paar gute Sätze vorbeischwimmen, zum Beispiel, wenn man abends im Bett liegt und schon fast eingeschlafen ist, aufspringen und die guten Sätze an Land ziehen kann. Ein solches Notizbuch muss klein sein, so klein, dass es immer griffbereit ist, nicht nur neben dem Bett, sondern auch in der Jackentasche.
Ein solches Notizbuch ist das MOLESKINE. Ein MOLESKINE ist ein kleines, schwarzes Notizbuch in Leder oder Lederimitat gebunden, mit einer Papiertasche auf der Innenseite des hinteren Buchdeckels und einem daran befestigten Gummiband um das Notizbuch zu verschließen.
Genau so ein Notizbuch brauchte ich. Da man bei Google alles findet, was auf der Welt gibt und was man bei Google nicht findet eben nicht gibt, habe ich erfahren, dass die Notizbücher, die ich von Schriftstellerfotos aus dem Internet kenne, MOLESKINE heißen. Genau so ein Notizbuch brauchte ich.
Das MOLESKINE war und ist bei Schriftstellern darum so sehr beliebt, weil es unglaublich praktisch ist um darin die guten Sätze festzuhalten, die hin und wieder vorbeischwimmen. Das wussten schon Oscar Wilde, Hemingway und Chatwin und schätzten das MOLESKINE daneben auch wegen seines attraktiven Preises. Zu Beginn ihrer Laufbahn sind Schriftsteller naturgemäß arme Menschen, darum benötigen sie billige und praktische Notizbücher, um gute Sätze aufzuschreiben und reich zu werden. Genau so ein Notizbuch brauchte ich.
Was man bei Google auch findet, nachdem man bei Google gefunden hat was man suchte, ist ein Händler, der einem das gefundene Gesuchte zum Kauf anbietet. Mit dem lässt sich leider nicht feilschen, bei dem kann man auch nicht anschreiben lassen. Nicht einmal wenn er Notizbücher verkauft. Attraktiv war der Preis damals und das ist er auch heute noch, denn der Preis sagt viel über die Qualität des Produktes aus. Wer billig kauft, kauft zweimal.
Ein MOLESKINE ist eine Investition fürs Leben, etwas an dem man immer Freude hat, weil es immer griffbereit ist. Es ist hochwertig verarbeitet im Gegensatz zu vergleichbaren Notizbüchern, von deren Existenz ich erst im wahren Leben erfuhr und wegen denen ich einen existenzphilosophischen Diskurs mit mir selbst ausficht, da ich besagte Vergleichsnotizbücher bei Google nicht fand und deren Existenz infolgedessen anzweifelte, obwohl sie deutlich erkennbar vor mir beim Händler lagen.
Ein MOLESKINE ist derart hochwertig verarbeitet, dass sich heutzutage Kapital daraus schlagen lässt und man es darum beispielsweise nicht als Bierflaschenöffner benutzt, obwohl das die praktische Dimension des MOLESKINE entscheidend erweitern würde, da es als Kapitalanlage auch als Prestigeobjekt dient, was es aber nicht mehr tut, wenn sich daran Spuren des Gebrauchs als Bierflaschenöffner finden. Anders das Vergleichsnotizbuch, dass sich sehr wohl als Bierflaschenöffner eignet, da es bei einem Drittel des Preises eines MOLESKINE kein Prestigeobjekt ist, aber dreimal so dick ist, was auch bedeutet, dass man dreimal so viele gute Sätze an Land ziehen und festhalten kann, sollten welche vorbeischwimmen, was zu beweisen wäre.